Französischer Besuch beim Linzgauverein: Bienvenue au Lac de Constance – Willkommen am Bodensee!
Vor gut einem Monat erhielt der Linzgauverein eine Anfrage, ob es bei uns Wanderführer mit französischen Sprachkenntnissen gibt, die am Pfingstmontag eine französische Gruppe mit 28 Personen bei einer kleinen Wanderung begleiten könnten. Tatsächlich fanden sich fünf Wanderführerinnen: Judith, Uschi, Maja, Elfriede und Agnes.
Mit der Reiseleitung der Gruppe wurde vereinbart, dass wir von Ludwigshafen durch das Naturschutzgebiet nach Bodman wandern würden. Elfriede führte uns und achtete darauf, dass niemand vom Weg abkam.
Pünktlich um 9 Uhr erreichten wir fünf vom Linzgauverein den Bahnhof in Ludwigshafen, und praktisch im selben Moment traf auch der Bus mit der französischen Gruppe ein, die ihr Quartier in der Nähe von Tuttlingen hatte.
Der Himmel strahlte blau, und der See zeigte sich von seiner schönsten Seite. Judith, die als Französischlehrerin am meisten Übung im Umgang mit der französischen Sprache hat, übernahm die Begrüßung und erzählte danach bei verschiedenen Stopps einiges über Geschichte, Kultur und die Landschaft, zum Beispiel wie der Name Bodensee mit Bodman zusammenhängt und welche Verbindung die Familie des französischen Kaisers Napoleon zum Bodensee hatte.
Wir anderen mischten uns unter die Gruppe, beantworteten Fragen und unterhielten uns mit den Wanderern.
Die Besucher kamen aus der Gegend von Fontainebleau im Departement Seine-et-Marne, ca. 60 Kilometer südlich von Paris gelegen. Fontainebleau ist die französische Partnerstadt von Konstanz. Sie waren Mitglieder eines Wandervereins mit einem sehr regen Vorsitzenden– offizieller Titel „Präsident“ –, der jedes Jahr eine größere Tour organisiert, dieses Jahr für fünf Tage (Freitag bis Dienstag) an den Bodensee. Es ist ein kleiner Verein mit 64 Mitgliedern.
Der Vorsitzende betonte, dass es in ihrem Ort viele kleine Vereine mit allen möglichen Schwerpunkten gebe. Das, was bei uns in einem großen Verein angeboten wird, verteilt sich dort auf viele kleinere. Im Übrigen berichtete er von den gleichen Problemen, jüngere Mitglieder zu gewinnen, die wir auch kennen.
In den Tagen zuvor hatten die Franzosen unter anderem bereits die Insel Reichenau und die Insel Mainau besucht. Sie erzählten, dass sie zu Hause viel im Wald von Fontainebleau unterwegs seien, der auch für seine Sandsteinfelsen und die vielen Teiche bekannt ist. Bei uns fiel ihnen auf, dass die Häuser am Seeufer sich gut in die Landschaft einfügen und keine großen, unansehnlichen Wohnblöcke herumstehen. Sehr beeindruckt waren sie von den Gestellen zum Einsammeln von Pizzakartons entlang des Uferwegs, womöglich eine Idee, die sie nach Frankreich mitnehmen werden. Kritisch merkten sie an, dass Hinweistafeln überall meist nur deutsch beschriftet sind, ab und zu noch englisch, aber höchst selten französisch. Nicht immer gibt es sprachkundige Begleitung.
Gegen halb zwölf erreichten wir Bodman.
Die französische Gruppe sollte von dortweiterfahren nach Konstanz, wo das Mittagessen und anschließend ein Stadtbummel geplant waren.
Nach zwei Gruppenfotos, einmal vor dem Lenk-Relief, einmal mit dem See als Hintergrund, sammelte ihr Bus sie wieder ein, und wir fünf winkten ihnen zum Abschied hinterher. Sie machten den Eindruck, dass sie diesen Teil ihres Programms genossen hatten.
Am nächsten Tag reisten sie wieder heim.
Au revoir et bonne route – Auf Wiedersehen und gute Fahrt!
Uschi Schäfer



