Funkensonntagswanderung
mit Wolfgang
Der Funkensonntag ist ein alter, im schwäbisch-alemannischen Raum (wie Vorarlberg, Allgäu, Schwarzwald) weit verbreiteter Brauch, der am ersten Sonntag nach Aschermittwoch (dem ersten Sonntag der Fastenzeit, auch Sonntag Invocavit) gefeiert wird.
Hier sind die wichtigsten Punkte zum Ursprung:
- Unklarer Ursprung, sehr früh belegt: Der genaue Ursprung ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt und wird diskutiert.
- Der älteste schriftliche Beleg stammt aus einem Brandbericht des Benediktinerklosters Lorsch aus dem Jahr 1090, in dem von brennenden Holzscheiben die Rede ist, die von Burschen geworfen wurden.
- Heidnischer oder vorchristlicher Hintergrund (vermutet):
- Oft wird vermutet, der Brauch gehe auf heidnisch-germanische oder vorchristliche Frühjahrskulte zurück. Das Funkenfeuer soll den Winter austreiben und die Sonne stärken, um Fruchtbarkeit und eine gute Ernte zu sichern. Diese Verbindung ist wissenschaftlich aber schwer zu belegen.
- Eine andere Theorie verortet den Ursprung in einem heidnisch-römischen Brauch am 1. März, dem Entzünden des heiligen Feuers im Tempel der Vesta, der später in den christlichen Kalender integriert wurde.
- Ende der „Alten Fasnacht“:
- Der Funkensonntag markierte ursprünglich das Ende der Fasnacht. Nach einer Kirchenreform (Synode von Benevent, 1091) wurde der Beginn der Fastenzeit auf den Aschermittwoch vorverlegt, um die 40 Tage bis Ostern zu gewährleisten. Der Feuerbrauch blieb jedoch an seinem ursprünglichen Termin, weshalb der Funkensonntag heute oft als das Ende der „Alten Fasnacht“ gilt.
- Profane Funktion (Frühjahrsreinigung):
- Eine sehr pragmatische Funktion war die Verbrennung von Unrat, altem Holz und Christbäumen im Rahmen der Frühjahrsreinigung von Haus und Hof.
Zusammenfassend:
Der Ursprung des Funkenfeuers ist wahrscheinlich eine Mischung aus sehr alten, vermutlich vorchristlichen Feuerbräuchen zur Wintervertreibung und dem praktischen Bedürfnis der Frühjahrsreinigung, der sich im späten Mittelalter am Sonntag nach Aschermittwoch etabliert hat. Die heutige Form mit dem Verbrennen der „Funkenhexe“ (als Symbol für den Winter oder das Ende der Fasnacht) entwickelte sich hauptsächlich im 19. Jahrhundert.



